Geschäftszentrum Turmstraße

Die Turmstraße im Berliner Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit, ist eine traditionelle Geschäftsstraße, die im Stadtentwicklungsplan Zentren 3 als Stadtteilzentrum eingestuft ist. Aufgrund erheblicher Funktionsschwächen und eines schleichenden Bedeutungsverlustes als Einkaufsstraße wurde das Gebiet rund um die Turmstraße im Jahr 2008 in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen und im April 2011 als Sanierungsgebiet förmlich festgelegt.

Zum Zeitpunkt der Vorbereitenden Untersuchungen verfügte das Stadtteilzentrum Turmstraße über einen Bestand von 23.000 m² Verkaufsfläche (Stand 2007/2008). Durch die Schließung des HertieWarenhauses im Sommer 2009 reduzierte sich die Verkaufsfläche bis zur Eröffnung der umgebauten Immobilie im April 2013 vorübergehend auf ca. 16.000 m². Mit der Eröffnung verfügt das Stadtteilzentrum nun wieder über eine Verkaufsfläche von ca. 21.270 m²1. Das Angebot konzentriert sich auf Waren des kurzfristigen und zum Teil mittelfristigen Bedarfs. Der langfristige Bedarf spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Der überwiegende Teil der Geschäfte befindet sich an der Turmstraße zwischen Stromstraße und Beusselstraße. Der Ladenleerstand konzentriert sich vor allem in den Seitenstraßen und dem mittleren Teil der Beusselstraße.

Die Vorbereitenden Untersuchungen aus dem Jahr 2010 kommen in ihrer Analyse zu dem Ergebnis, dass das Stadtteilzentrum Turmstraße erhebliche Funktionsschwächen aufweist, die sich in fortschreitendem Verlust seiner vielfältigen Nutzungen und der Funktion als Einkaufs-, Versorgungs- und Wohnstandort sowie in seinem zunehmenden Bedeutungsverlust als Zentrum Moabits zeigen. Den Anforderungen an ein Stadtteilzentrum wird die Turmstraße bislang weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht gerecht. „Dem Rückzug der traditionellen inhabergeführten Fachgeschäfte folgten Filialisten, preisgünstige Anbieter im Bekleidungsbereich, Supermärkte, Drogerien, Handyanbieter, Imbisse etc. Hochwertiger Facheinzelhandel ist kaum vorhanden.“ Durch den Bau des Einkaufszentrums auf dem Paechbrot-Areal (Moa-Bogen) und bei Realisierung der Planungen für das Schultheiss-Areal bestehe – gemessen am vorgegebenen Entwicklungsrahmen – jedoch die Gefahr eines Überangebots an Verkaufsfläche.