Gestaltfibel

Sie wollen das Aussehen der Turmstraße mitgestalten? Mit der Gestaltfibel möchten wir Ihr Interesse für die Gestaltung der Fassaden und der Läden in der Turmstraße wecken. Die Broschüre wendet sich sowohl an Eigentümer und Eigentümerinnen, die Betreiber von Läden und die Anwohner und Anwohnerinnen; und natürlich generell an alle Interessierten. Die Broschüre ist dabei keine Richtlinie, sie stellt eine Anregung dar, will informieren und beraten.  Die Inhalte dieser Gestaltfibel sollen künftig in erster Linie als Entscheidungsgrundlage zur Beurteilung der Stadtbildverträglichkeit privater Baumaßnahmen (Sanierungen, Neu-/ Ersatzbauten, Werbeanlagen) auf die Fassadengestaltung dienen.

Anliegen der Gestaltfibel

Die Turmstraße ist eine lebendige, pulsierende Geschäftsmeile. Sie ist über einen langen Zeitraum gewachsen und besteht daher aus Gebäuden unterschiedlicher Bebauungsphasen. Im Krieg hat die Straße Narben bekommen und die Beispiele aus Wiederaufbau und Wirtschaftswunder sind heute bereits Zeugnisse der bewegten Berliner Geschichte genauso wie die Gebäude der Gründerzeit oder der frühen Industrialisierung. Die Straße zeichnet sich nicht durch eine harmonische Abfolge von gleichen Bauten mit gleichen Stilelementen aus, sondern wird geprägt durch den Wechsel der unterschiedlichen Erbauungszeiten und Fassadentypen. Im Ganzen betrachtet ist das Erscheinungsbild der Straßenzüge im Sanierungsgebiet vor allem aber in der Turm- und Beusselstraße nach wie vor geprägt von beziehungslos nebeneinanderstehenden, vernachlässigten Einzelfassaden unterschiedlichster Gestaltungsabsichten. Viele Bestandgebäude weisen noch vergraute Fassadenputze und Anstriche der 1970er und 1980er Jahre auf. Insbesondere ehemals historistisch ausgewogen gestaltete Fassaden erscheinen nach Entfernung ihres Baudekors in der Nachkriegszeit heute als trostlos unausgewogene Lochfassaden mit starken Erneuerungsbedarf. Im Zusammenspiel mit wechselnden Werbeanlagen und unabgestimmten Ladengestaltungen ist die Gesamterscheinung beunruhigend und schäbig. Der Trend zu rasch wechselnden Gastronomienutzungen und Billigdiscountern geht einher mit wenig werthaften aber kundenspezifischen Werbeträgern, die in den seltensten Fällen auf die Gebäudefassaden abgestimmt sind. An dieser Stelle soll zukünftig eine Gestaltungsfibel Hauseigentümern und Ladenbesitzern praktische Handlungsempfehlungen bei der Laden- und Fassadengestaltung gerade auch im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen geben. Die Gestaltfibel stellt eine Sammlung von Empfehlungen dar, die keine Rechtsverbindlichkeit haben. Sie dient der Beratung und Sensibilisierung für Fragen der Stadtgestaltung. Daher kann es offensichtlich nicht um eine für alle Objekte geltende Regel geben. Jede Stilepoche hat ihre eigenen Ausdrucksformen und so sind Regeln und Empfehlungen auf den jeweiligen Entstehungszeitpunkten auszurichten. Zur Steigerung der Attraktivität der Häuserabfolge ist eine sture Gleichbehandlung gerade zu vermeiden. Vielmehr ist die Summe gelungener Beispiele der jeweiligen Architektur das Element, das die Straße interessant und attraktiv macht. Dieser Leitfaden wird dabei auch eine Hilfestellung für die zuständigen Stellen im Bezirksamt sein, ihre Aufsichts- und Einwirkungspflichten diesbezüglich besser wahrnehmen zu können.